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Natursehenswürdigkeiten
und -phänomene im Westen der USA
Die
Vulkanriesen des Kaskadengebirges
Das
Kaskadengebirge zieht sich über 1.300 km von Südkanada durch
Washington und Oregon bis in den Norden Kaliforniens. Zahlreiche
Vulkankegel sitzen dem Gebirge auf, wie der Mt. Baker, Mt. Adams, Mt.
Hood, Mt. Rainier und Mt. St. Helens, der im Jahr 1980 nach 123 jähriger
Ruhe plötzlich aktiv wurde.
Beim Ausbruch des Vulkans Mt. St. Helens wurde durch eine gewaltige
Explosion die ganze Nordflanke und die Spitze des Vulkankegels
abgerissen. Es war der größte Bergsturz in historischer Zeit.

Landschaft am Mt. St.
Helens im Kaskadengebirge, 18 Jahre nach dem Ausbruch
(© LSRB-Verlag, Witzenhausen, 2000)
Innerhalb
von Minuten sind ca. 600 Quadratkilometer bewaldetes Bergland
vernichtet und in eine graubraune Ödnis umgewandelt worden, die längst
wieder begonnen hat, sich zu regenerieren. Im Zentrum des Kraters des
Mt. St. Helens hat sich im Zuge vieler kleiner Ausbrüche bereits eine
mehrere hundert Meter hohe, domförmige Aufwölbung gebildet. In etwa
einem Jahrhundert könnte der Vulkan seine ursprüngliche Höhe von
2.950 m wieder erreicht haben.
Geologische Untersuchungen haben ergeben, daß in den Kaskaden in der
Vergangenheit noch viel gewaltigere Eruptionen als am Mt. St. Helens
stattgefunden haben. Vor ca. 7.700 Jahren ist der Mt. Mazama im Süden
Oregons ausgebrochen. Dabei sind etwa 40 Kubikkilometer Gestein in die
Luft gesprengt worden, so daß von dem 3.600 m hohen Gipfel nur noch
ein Stumpf übriggeblieben ist. Im ehemals aktiven Krater befindet
sich heute der ca. 600 m tiefe Crater Lake mit einem Durchmesser von
etwa 10 km.
Heute haben sich viele Vulkanriesen, wie der Mt. Rainier bei Seattle
über 3.000 m und der Mt. Shasta über 4.000 m hoch, aufgebaut. Ein
Ausbruch hätte fatale Folgen. Besonders am Mt. Rainier, da sich an
den Bergflanken des Vulkans Gletschereis befindet, welches schmelzen würde
und sich riesige Schlammströme rasend schnell ausbreiten könnten.

Der Mt. Rainier im
Kaskadengebirge mit einer den Gipfel
des Vulkankegels bedeckenden Eishaube
(© LSRB-Verlag, Witzenhausen, 2000)
Solche Schlammströme werden als Lahars bezeichnet und bestehen aus
einem Gemisch aus Erde, Geröll und geschmolzenem Eis. Würde ein
solches Gemisch am Mt. Rainier niedergehen, würde in nur kürzester
Zeit (ca. 45 Min.) die 50 km talabwärts gelegene Stadt Orting vom
Schlammstrom erreicht und zerstört werden.
Die Angst vor einem solchen Ereignis ist nicht unbegründet, da
Geologen im Umkreis des Mt. Rainiers Spuren von mindestens sieben,
vielleicht sogar zwölf mächtigen Schlammlawinen aus den letzten
Jahrtausenden entdeckt haben. Die größte vernichtende Auswirkung
hatte der vor ca. 5.600 Jahren ausgelöste Schlammstrom. Dabei war die
vereiste Nordflanke des Vulkans abgerutscht und der sich bildende
Schlammstrom schoß in die Küstenregion bis in den Puget Sound bei
Seattle und schob das Ufer 15 km weiter ins Meer.
Dieser
Artikel stammt aus dem Buch:
Nordamerika (Alaska • West-Kanada • USA-Weststaaten)
aus der Reihe Landschafts-Studien-Reiseführer des LSRB-Verlages
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