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Letzte Aktualisierung:
20 März 2001 durch webmaster@usa-reise.de

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Natursehenswürdigkeiten und -phänomene im Westen der USA
Die Vulkanriesen des Kaskadengebirges

Das Kaskadengebirge zieht sich über 1.300 km von Südkanada durch Washington und Oregon bis in den Norden Kaliforniens. Zahlreiche Vulkankegel sitzen dem Gebirge auf, wie der Mt. Baker, Mt. Adams, Mt. Hood, Mt. Rainier und Mt. St. Helens, der im Jahr 1980 nach 123 jähriger Ruhe plötzlich aktiv wurde.

Beim Ausbruch des Vulkans Mt. St. Helens wurde durch eine gewaltige Explosion die ganze Nordflanke und die Spitze des Vulkankegels abgerissen. Es war der größte Bergsturz in historischer Zeit. 


Landschaft am Mt. St. Helens im Kaskadengebirge, 18 Jahre nach dem Ausbruch
(© LSRB-Verlag, Witzenhausen, 2000)

Innerhalb von Minuten sind ca. 600 Quadratkilometer bewaldetes Bergland vernichtet und in eine graubraune Ödnis umgewandelt worden, die längst wieder begonnen hat, sich zu regenerieren. Im Zentrum des Kraters des Mt. St. Helens hat sich im Zuge vieler kleiner Ausbrüche bereits eine mehrere hundert Meter hohe, domförmige Aufwölbung gebildet. In etwa einem Jahrhundert könnte der Vulkan seine ursprüngliche Höhe von 2.950 m wieder erreicht haben.

Geologische Untersuchungen haben ergeben, daß in den Kaskaden in der Vergangenheit noch viel gewaltigere Eruptionen als am Mt. St. Helens stattgefunden haben. Vor ca. 7.700 Jahren ist der Mt. Mazama im Süden Oregons ausgebrochen. Dabei sind etwa 40 Kubikkilometer Gestein in die Luft gesprengt worden, so daß von dem 3.600 m hohen Gipfel nur noch ein Stumpf übriggeblieben ist. Im ehemals aktiven Krater befindet sich heute der ca. 600 m tiefe Crater Lake mit einem Durchmesser von etwa 10 km.

Heute haben sich viele Vulkanriesen, wie der Mt. Rainier bei Seattle über 3.000 m und der Mt. Shasta über 4.000 m hoch, aufgebaut. Ein Ausbruch hätte fatale Folgen. Besonders am Mt. Rainier, da sich an den Bergflanken des Vulkans Gletschereis befindet, welches schmelzen würde und sich riesige Schlammströme rasend schnell ausbreiten könnten.


Der Mt. Rainier im Kaskadengebirge mit einer den Gipfel 
des Vulkankegels bedeckenden Eishaube 
(© LSRB-Verlag, Witzenhausen, 2000)

Solche Schlammströme werden als Lahars bezeichnet und bestehen aus einem Gemisch aus Erde, Geröll und geschmolzenem Eis. Würde ein solches Gemisch am Mt. Rainier niedergehen, würde in nur kürzester Zeit (ca. 45 Min.) die 50 km talabwärts gelegene Stadt Orting vom Schlammstrom erreicht und zerstört werden.

Die Angst vor einem solchen Ereignis ist nicht unbegründet, da Geologen im Umkreis des Mt. Rainiers Spuren von mindestens sieben, vielleicht sogar zwölf mächtigen Schlammlawinen aus den letzten Jahrtausenden entdeckt haben. Die größte vernichtende Auswirkung hatte der vor ca. 5.600 Jahren ausgelöste Schlammstrom. Dabei war die vereiste Nordflanke des Vulkans abgerutscht und der sich bildende Schlammstrom schoß in die Küstenregion bis in den Puget Sound bei Seattle und schob das Ufer 15 km weiter ins Meer.


Dieser Artikel stammt aus dem Buch: 
Nordamerika (Alaska • West-Kanada • USA-Weststaaten)
aus der Reihe Landschafts-Studien-Reiseführer des LSRB-Verlages

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