| USA-TRIP.DE - Die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm | |||||||||||||||||||
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zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter Gerd Küppers
- 4000 Meilen als Tramper durch die USA 21. Ein Uniformen-Narr Die letzten Tage der Rundreise konnte ich genießen, wußte ich doch, daß ich bald schon wieder im Towers-Hotel schlafen könnte. Wie hatte ich am Anfang die Nase über dieses Hotel gerümpft. Wie froh wäre ich unterwegs manches Mal gewesen, wenn ich mich so sicher gefühlt hätte wie im Towers-Hotel. Ein reicher älterer Amerikaner, sicher schon über die 70, nahm mich von Woodstock in seinem Cadillac ein Stück weit mit in Richtung New York. Als ich ihm erzählte, warum ich nach Vermont gereist war, schüttelte er nur den Kopf. Er meinte, das könne er sich nicht leisten. Für ihn sei das die pure Zeitverschwendung. Ich solle doch mal ausrechnen, wie viele Dollars ich in dieser Zeit hätte verdienen können...." Ich antwortete Ihm: "Ich komme gerade von der Farm eines Mannes, der hat es abgelehnt, in Hollywood viel Geld zu verdienen. Er hat lieber Ziegen gezüchtet." "Verrückte gibt es überall" meinte der Alte lachend. Er nahm mich mit in sein Geschäft. In einem Nebenraum, im äußersten Winkel hingen Uniformen aus ehemaligen Beständen der Deutschen Wehrmacht auf Kleiderbügeln säuberlich aufgereiht. "Der Krieg ist doch längst zuende. Wozu brauchen Sie das?" fragte ich. "Oh, es gibt bei uns Sammler, mit einer großen Vorliebe für Uniformen von "Deutsche Währmackt" - Ab und zu geht was verloren oder verbrennt oder verschmutzt. Darum suchen viele von meinen Kunden Einzelstücke wie Offiziersmützen, Schulterstücke und Hosen für Stabsoffiziere. Im Moment suche er dringend eine Generalshose. Und ein Admiralsmütze . Der geschäftstüchtige Mann wollte mich als freien Mitarbeiter engagieren. Ich sollte für ihn in Deutschland alte Uniformen und andere Militaria ausspähen. "Wir zahlen gut", versprach der Mann. Ich schüttelte den Kopf. "Ich bin Pazifist", log ich. Der Kaufmann blickte mich danach finster an. "Ich wußte, daß Du ein Hippie bist", sagte er enttäuscht. "OK. Du bist eben kein Sammler. Man muß schon ein bißchen verrückt danach sein. Aber mir macht’s Spaß und meinen Freunden auch", versuchte er sich zu rechtfertigen. Dann zeigte er mir ein Foto, auf dem er eine deutsche Generalsuniform trug, seine Frau stand im Dirndl daneben. "Das war der Hit unserer letzten Party. Alle Männer hatten deutsche Uniformen an. Ich war an diesem Abend Hermann Göring und meine Frau war die "Deutsche Maid". Es war so lustig....." So ein raffinierter Kerl, dachte ich. Jetzt will er doch aus der amerikanischen Nazibewegung einen harmlosen Trachtenverein machen. "Ich kann Ihnen ein lustiges Theaterstück empfehlen, sagte ich zum Abschied. Es handelt auch von einer Uniform. . Auf einen Zettel schrieb ich: Pleas read: Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick. zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter
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