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Letzte Aktualisierung:
20 März 2001 durch webmaster@usa-reise.de

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Gerd Küppers -
die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm

4000 Meilen als Tramper durch die USA

10. Schlafmangel

Ich wanderte in der Gluthitze am Rand der Landstraße, fühlte mich elend und krank. Mit dem Krankwerden hatte ich ja gar nicht gerechnet. Ich konnte meine Schwäche nicht so schnell überwinden.

Ein Marinesoldat las mich auf. Er war in Eile. Mußte sein Schiff noch pünktlich erreichen. Der Dienst auf See gefiel ihm. War mit Leib und Seele dabei. "Wir machen in Vietnam einen guten Job", meinte er. Er erzählte von seiner Truppe und ihren Einsätzen. Ich hörte zwar die Stimme des Mannes, konnte aber mit seinen Schilderungen keine Vorstellungen verbinden.

Vielleicht hatte ich einen Sonnenstich? So wie er sich darstellte, war er ein echter Haudegen. Kameradschaftlich klopfte er mir beim Abschied auf die Schultern und salutierte zum Spaß.

Die Nacht verbrachte ich im Freien, irgendwo. Mein Zelt stellte ich nicht auf, sondern legte mich hinter Leitplanken auf den Boden. Als es zu regnen begann zog ich mir die Zeltplane über den Kopf und döste , bis der Boden allmählich naß wurde.

Morgens setzte ich übermüdet meinen Weg fort. Die Hitze setzte mir zu. Ich schwitzte fast ununterbrochen. Der fehlende Schlaf macht mich teilnahmslos. Ich trottete am Straßenrand entlang. Eine Greyhound-Station kam in Sicht. Laut Fahrplan sollte der Überlandbus nach New Orleans in 3 Stunden kommen.

Kaum saß ich auf der Bank, war ich schon eingeschlafen. Vier Stunden später wurde ich wach. Die Mittagssonne schien mir ins Gesicht. Der Bus war längst weg.

Der Schlaf hatte mich ein wenig gestärkt, mit neuer Kraft setzte ich meinen Weg fort in Richtung New Orleans. Ein Wagen hielt an. Ich zählte fünf Burschen. Der Fahrer sagte: "Komm rein, Mann."

Ich sagte: "Ihr seid doch schon fünf."

"Quatsch, Mann. Wo fünf reinpassen, ist auch Platz für sechs".

Es waren Musiker, auf dem Weg zur Arbeit in eine Hafenkneipe von New Orleans. Vor der Kneipe stieg ich aus. Keine feine Gegend. Ein Hafenviertel, trist und grau. Auf den Straßen lag Schmutz, hoch umsäumt von Lagerhallen und Silos.

Ein betrunkener, blutender, ziemlich verwahrlost aussehender Mann, schwankte mir lallend entgegen, eine abgebrochene Bierflasche in der Hand. Ich suchte das Weite, so schnell es ging, irrte durch die Straßen, fragte mich durch, bis ich von weitem lauten Dixieland-Jazz hörte.

Ich jubelte innerlich. Tatsächlich - ich war in New Orleans City.

Doch wie sollte es weitergehen? Den Besuch bei Suzie Bradley hatte ich schon abgehakt. Überall sah ich Touristen, hörte die seltsamsten Sprachen. Eine deutsche Reisegruppe übertönte die anderen Besuchergruppen.

Ich hörte im Vorbeigehen, wie eine deutsche Frau zu ihrem Mann sagte: "Warum mußtest Du denn unbedingt diese blöden Yippiyea-Stiefel kaufen? Im Garten kannst Du sie nicht anziehen und reiten kannst Du auch nicht".

Ich war erschöpft, brauchte dringend ein Riesensteak und einen sicheren Schlafplatz.

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