Logo
Zurück  Vorwärts   Suche  E-Mail USA-TRIP.DE - Die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm
Home
Online-Buchung
Forum
Fotogalerie
InfoPool
Magazin
Reisetipps
Buchtipps
American Life
Leben & Arbeiten
Shop
Links
Das Letzte



[
erweiterte Suche]


Letzte Aktualisierung:
20 März 2001 durch webmaster@usa-reise.de

Alle Seiten ©
InfoPool® 1999

zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter

Gerd Küppers -
die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm

4000 Meilen als Tramper durch die USA

14. Nordwestwärts - Teil 1

Nichts hielt mich in dieser Stadt. Am nächsten Morgen wurde ich mit Vorräten versorgt und setzte meine Reise fort

Ich lernte die verschiedensten Autofahrer-Typen kennen. Manche fühlen sich im eigenen Auto wie daheim und stellen sich regelrecht zur Schau. Der Tramper ist für sie nur ein Zuhörer oder ein Objekt.

Ein schwuler Fahrer meinte, er könne mir an die Hose gehen, was ich mit aller Kraft verhindern konnte, ohne einen Verkehrsunfall zu provozieren. Eine Frau mit Wohnmobil nahm mich 50 Meilen weit mit. Ihr Wohnmobil war ein rollender Vogelkäfig mit etwa 200 Vögeln. Ich bat sie, mich an einer bestimmten Kreuzung herauszulassen.

Vom Kauderwelsch der zahnlosen Frau konnte ich nur verstehen, daß ich Gast in ihrem Auto sei und sie sei der Boss. Sie fahre wohin sie wolle und solange sie wolle. Darum solle ich ihr keine Vorschriften machen, wo sie anhalten solle.

Ich konnte ihr nichts erklären, denn sie zeterte sofort los. Offensichtlich war sie geistig verwirrt. Geduldig wartete ich, bis ich endlich aussteigen durfte.

Ein anderer Fahrer in einem sehr luxuriösen Auto hörte das Musical "Jesus Christ, Superstar" in voller Lautstärke. Er spielte mir bestimmte Stellen vor, sang laut mit, erläuterte den Text und die musikalischen Feinheiten. Er war von dem Musical so begeistert, daß er mein Desinteresse gar nicht bemerkte.

Ein offenbar in Amerika bekannter Stock-race-Fahrer nahm mich ein Stück weit mit. Er war gekränkt, weil ich ihn nicht kannte. Er verbot mir, aus dem Rückfenster seines Jeeps zu schauen, weil er meinte, dann käme die Polizei hinter uns her. Ich müsse wohl ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich dauernd aus dem Rückfenster schaue, schnauzte er mich an. Ich fragte ihn, warum er noch Rückspiegel an seinem Fahrzeug habe. An der nächsten Raststätte setzte er mich ab.

Auf dem Weg nach Kansas ging ich eine sehr schmale Landstraße entlang, die von mächtigen Chauseebäumen umsäumt war. Da war für Fußgänger zu wenig Platz. Pausenlos fuhren Jeeps mit geschlossenen Hängern fuhren in beide Richtungen, obwohl es bereits sehr spät war. Vermutlich brachten die Farmer ihre Rinder zum Schlachthof nach Kansas oder kamen von dort zurück

Nachdem mich ein Jeep fast angefahren hätte, ging ich lieber durch das Gestrüpp am Straßenrand.

Gegen 10 Uhr abends kam ich an einer Farm vorbei. Die Farmer waren gerade beim Grillen. Ich bat um die Erlaubnis, mein Zelt auf einer Weide aufzustellen. Der Farmer lehnte das ab. Ich erklärte ihm, daß ich aus Deutschland stamme und auf der Landstraße heute nicht weiterkäme. Die Landstraße sei so eng usw. Der Farmer wurde unwirsch. Dann sagte er, ich solle jetzt sein Grundstück sofort verlassen. Er hätte auch jemand aus Deutschland, nämlich einen deutschen Schäferhund.....

So mußte ich weiter zwischen den Bäumen marschieren, bis endlich eine Kreuzung in Sicht kam.

Neben Kreuzung stand ein Campmobil. Drinnen sah ich zwei ältere Leute. Ich klopfte und fragte, ob ich neben ihrem Campmobil mein Zelt aufstellen dürfe. Sie waren einverstanden. So schlief ich friedlich an der Kreuzung. Am Morgen war das Campmobil fortgefahren. Das sah schon komisch aus. Ein kleines Zelt direkt neben einer Straßenkreuzung auf dem Grünstreifen.

Allmählich wurde das Trampen zur Routine.

zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter