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Letzte Aktualisierung:
20 März 2001 durch webmaster@usa-reise.de

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Gerd Küppers -
die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm

4000 Meilen als Tramper durch die USA

7. Jack riskiert seinen Job

Obwohl es schon 2 Uhr morgens war, wollte ich weitertrampen. Auf dem Rastplatz herrschte reger Betrieb. Eine Stunde lang wartete ich an der Ausfahrt und zählte aus Langeweile die ein- und ausfahrenden LKWs. Ein US-Mail-Transporter mit einem Container voller Briefe brachte mich in in einer Tour von Richmond nach Jacksonville in Florida.

Jack, der Fahrer des Trucks, war um die 50, sah blaß und leidend aus. Er erklärte mir gleich zu Beginn der Fahrt, daß er mich eigentlich nicht mitnehmen dürfe. Wenn es ‘rauskäme, wäre er seinen Job los. Er sitze schon 8 Stunden hinter dem Steuer. Aber er müsse noch ein paar Stunden fahren, doch das Alleinsein im LKW sei so langweilig.

Er zog aus dem Handschuhfach einen Packen Pornohefte, hielt sie mir hin und meinte: "Die Weiber sehen ja super aus. Aber reden kannste mit denen auch nicht" Wir redeten über das Wetter, seine Reiseroute, seine Fracht. Er hatte x Tonnen Briefe in seinem Containerfahrzeug. Die Ladung war in Washington verplombt worden. Ich versuchte, aufmerksam zuzuhören, nickte aber immer wieder ein.

Jack meinte, ich solle mich doch in die Schlafkabine legen. Ohne zu zögern kletterte ich in das sichere Nachtquartier hinter dem Fahrersitz und schlief tief und fest. Als ich wach wurde, war es bereits hell draußen. Der LKW stand auf einem Parkplatz. Jack lag über dem Lenkrad und schlief. Ich weckte ihn und fragte.: "Jack, warum hast Du mich nicht geweckt? Es ist Deine Schlafkabine. Du bist der Fahrer. Du brauchst die Erholung."

Jack schraubte die Thermoskanne auf, goß mir Kaffee in den Deckel und meinte: "Trink. Du bist mein Gast."

Nach einem kargen Frühstück in der Fahrerkabine startete er den Motor und fuhr weiter in Richtung Süden.

Wir hätten auch auf der Fahrbahn der Autobahn frühstücken können, so wenig war los auf der Straße. Wenn ich da an die deutschen Autobahnen denke. In dem dichten Verkehr geht es ja bei uns zu wie in der offenen Psychiatrie. Wir fuhren durch das wide open Country. Riesige Weideflächen bis zum Horizont mit winzigen braunen Punkten darauf. Das waren die Kuhherden.

In Jacksonville fuhr Jack den Container in das Gebäude der Hauptpost. Vorher mußte ich mich in der Schlafkabine verstecken. Etwa eine Stunde lang wartete ich, bis der Container abgekoppelt war. Ein Kontrolleur inspizierte kurz den Innenraum der Zugmaschine und las den Kilometerstand ab. Dann fuhr Jack mit dem Sattelschlepper nach Hause.

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