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20 März 2001 durch webmaster@usa-reise.de

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Gerd Küppers -
die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm

4000 Meilen als Tramper durch die USA

13. Die heimliche Liebe eines Rockers aus Texas

Bis nach New Braunfels in Texas fuhr ich in einem Schweinelaster. Der Gestank der Tiere durchdrang das Fahrerhaus .

Etwa 10 Meilen südlich von New Braunfels war in meinem Handbuch für Tramper ein Campingplatz eingezeichnet. Um den zu erreichen, mußte ich die Stadt durchqueren. In einem Eiscafé gönnte ich mir eine Riesenportion Eis. Vor dem Lokal saßen fünf Kerle in schwarzen Nietenjacken. Nach Rockermanier lagen sie schon fast in den Stühlen, mit weit gespreizten Beinen. Sie grinsten hämisch zu mir herüber. Ich spürte, daß sie den Pik auf mich hatten.

Jetzt durfte ich nicht kneifen. Also aß ich mein Eis und ging dann direkt auf die fünf Kerle zu, holte mein Handbuch mit der Karte aus dem Rucksack und sagte: "Ich bin als Deutscher alleine von New York nach Texas unterwegs. Ich möchte das Land kennenlernen und die Leute. Jetzt suche ich einen Campingplatz, der soll ganz in der Nähe sein. Könnt Ihr mir sagen, wie ich dahin komme? Das hämische Grinsen verschwand aus den Gesichtern.

Fünf Nasen beugten sich über die Karte. Sie schüttelten die Köpfe. " He, Alter. Den Campingplatz gibt es schon lange nicht mehr. Ist das klar, Mann?"

Ich bedankte mich und ging weiter.

Nach 500 Metern hatten sie mich mit dem Auto eingeholt. "Steig ein, Mann", befahl einer. "Wir suchen mit Dir den Campingplatz Vielleicht irren wir uns. Ist das klar, Mann?" Wir fuhren zum angegebenen Platz. Hier mußte wohl vor vielen Jahren mal ein Campingplatz gewesen sein. Wir fanden ein altes Schild.

"Ich bleibe trotzdem hier", sagte ich. "Seit drei Tagen habe ich zu wenig Schlaf".

Also baute ich mein Zelt auf.

Die Rocker schauten sich an und verschwanden. Es dauerte eine halbe Stunde, da kehrten die Kerle zurück.

"Hier ist kein guter Platz zum Übernachten, Mann. Wir machen eine Party in der Stadt. Komm mit." Ich willigte ein.

Die Burschen halfen beim Zusammenlegen des Zeltes. Dann fuhren wir gemeinsam in ein Bistro und von dort aus ging’s weiter ins elterliche Haus eines dieser Burschen, der sich als Marc vorstellte.

Das war keineswegs ein Elendsquartier, sondern eine Villa am Stadtrand. Marc, war anscheinend der Boss dieser Gang. Er kam aus ganz bürgerlichem Milieu. Seine Eltern waren trotz vorgerückter Stunde noch wach und klagten darüber, daß Marc mit diesen unmöglichen Burschen herumzog. Die ganze Familie stamme aus Deutschland. Man sei vor etwa 150 Jahren hierher nach Texas gekommen.

Mit Marc und seinen Freunden trank ich Whisky bis zum frühen Morgen.

In der Nacht erschien plötzlich eine Mexikanerin, ein bildhübsches Mädchen.

Marc und das Mädchen schienen sehr verliebt zu sein. Marc verschwand mit ihr für zwei Stunden, dann trank er mit uns weiter. Wieso das Mächen nach zwei Stunden wieder verschwunden sei, wollte ich wissen. Marc sagte, sie sei seine unglückliche Liebe. Sie sähen sich nur heimlich. Meistens nachts.

Ich solle bloß nichts seinen Eltern sagen.

Er fragte mich: "Würdest Du eine Mexikanerin heiraten, Mann?" Ich sagte. "Ja klar Mann, wenn ich sie liebe". Die anderen schüttelten den Kopf. "Keiner von uns würde eine Mexikanerin heiraten. Das ist hier undenkbar." Dieser Satz blieb mir glasklar in meinem ansonsten whiskybenebelten Hirn hängen.

Überall, wo ich hinkam, fand ich im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" die engen Grenzen in den Herzen und in den Köpfen.

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