| USA-TRIP.DE - Die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm | |||||||||||||||||||
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zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter Gerd Küppers
- 4000 Meilen als Tramper durch die USA 19. Mit Fritz nach Kanada Nördlich von Cincinnati, am Rande einer Highway-Kreuzung zeigte ich mein Schild mit der Aufschrift "German student, going to Canada" den Autofahrern, die in einem Stau langsam an mir vorbeifuhren. Am Stauende, etwa 100 Meter von mir entfernt, krachte es. Vier Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt. Ich wollte schnellstens vom Highway verschwinden, um der Autobahn-Polizei zu entgehen. Da grölte jemand aus dem Seitenfenster seines Autos: "Eh, Deutscher, willste nach Kanada?" Ich lief hin. "Willste nach Kanada.? "Ja". "Komm rein, bevor gleich die Bullen kommen". Wie im Gangsterfilm stieß er die Beifahrertüre auf und zog mich ins Auto. "Mach die Tür zu", brüllte er mich an. Großer Gott, dachte ich. Das ist bestimmt ein Herrschsüchtiger. Dann streckte er mir die Hand entgegen. "Bin Fritz". Fritz war etwa 50 , stammte aus Goslar. Nach Kriegsende hatte er in Kanada als Bauarbeiter ganz von vorne angefangen - trotz einer schweren Beinverletzung, die noch aus dem Krieg stammte. Alle zwei Jahre fuhr Fritz auf Kosten der deutschen Rentenversicherung nach Deutschland zur Kur, weil er "anspruchsberechtigt" war. Seine Frau - ein kleines rundliches Wesen - hockte im Fond des Wagens. Ich bemerkte sie erst später. Sie hatte bei ihrem Fritz nicht viel zu lachen. Ständig schimpfte er in meiner Gegenwart mit ihr. Mein erster Eindruck war richtig gewesen. Nach 10 Stunden Fahrt kamen wir auf die Uferstraße des Ontario-River. Dort lagen merkwürdige Tonnen am Rande der Fahrbahn. Fritz meinte, das seien die Tonnen (Barrels), in denen ein paar Wahnsinne versucht hätten, sich lebendig die Niagarafälle hinabzustürzen. Keiner habe das bisher überlebt. Im kleinen Örtchen St. Margrets, in der Nähe des Ontario-Sees übernachtete ich in Fritzens kleinem Holzhaus.. Vorher wurde es für ihn noch spannend, denn am Abend sollte sich entscheiden, ob er einen neuen Job bekäme. Als Fritz nach Deutschland zur Kur fuhr, hatte seine Firma, die Raketensilos baut, keine Aufträge mehr gehabt. Fritz telefonierte nur zwei Minuten mit seinem Boss. Der teilte mit, die Firma habe einen neuen Auftrag in Colorado. Nicht alle Stellen seien besetzt. Fritz mußte sich sofort entscheiden. Er nahm den Job an. Seine Frau packte noch am Abend die Sachen zusammen, die er für die nächsten Wochen "auf Montage" brauchte. Am nächsten Morgen fuhr mich Fritz über die amerikanische Grenze. Ich ließ mich an den Niagarafällen absetzen und bestaunte das Naturwunder und die Touristen, die mit fasziniertem Gesichtsausdruck die Wasserfälle fotografierten. zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter
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