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Letzte Aktualisierung:
20 März 2001 durch webmaster@usa-reise.de

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Gerd Küppers -
die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm

4000 Meilen als Tramper durch die USA

3. Eine Nacht auf dem Friedhof - Teil 1

Am frühen Morgen verließen wir das Motel rechtzeitig, um schnell voran

zu kommen. Ein Lieferwagen brachte uns aus Teteboro heraus, der Fahrer ließ uns aber auf der Landstraße aussteigen, weil er zu einer Farm abbiegen mußte. Zu dritt hockten wir am Straßenrand. Die Sonne glühte bereits. Die Luft war feucht und schwül, trotz der frühen Morgenstunde.

Nach mehreren Stunden Gepäckmarsch waren wir völlig verschwitzt. Die Stimmung sank. Ich dachte für ein paar Sekunden daran, wieder nach New York ins Hotel zurückzukehren.

Der arme Pip war Strapazen nicht gewohnt. Alle 500 Meter mußte er sich hinsetzen, um auszuruhen. Wir schleppten uns nach 4 Stunden Gepäckmarsch in eine Ortschaft. Jozip meinte, so könne es nicht weitergehen. Wir sollten doch getrennt trampen und einen Treffpunkt für den Abend vereinbaren. Wir vereinbarten einen Treffpunkt. Dann bekam Jozip einen ride. Ich hatte keinen Zweifel, daß mein Kumpel Wort hielt.

Am liebsten hätte ich mich zu Jozip ins Auto gesetzt, wollte und konnte aber Pip in seinem erbärmlichen Zustand nicht alleine lassen..

Wir bekamen ein paar kurze Lifts, schafften aber nur wenige Meilen. Müde und hungrig gingen wir abends in ein Motel. Ich bestellte ein beefsteak mit Pommes und Beilagen. Pip gab sich mit einer Portion Pommes zufrieden.

Darum sagte ich besorgt zu ihm: "Pip, wenn Du nicht kräftig ißt, brichst Du bald zusammen." Aber Pip meinte, er könne auch mit wenig Essen auskommen. Und Fleisch dürfe er aus religiösen Gründen schon gar nicht essen.

Nach dem Abendessen marschierten wir in der Dunkelheit am Straßenrand entlang, erreichten die Stadt Bethlehem. Über den Hochhäusern prangte eine Neon-Reklame. Bethlehem Steel. Riesige Stahlwerke, Lärm, Gestank, Dreck.

Wir waren mitten drin im Industriegürtel der Ostküste.

Ich sagte zu Pip: "Die Amis haben keinen Respekt vor dem Geburtsort Jesu. Eine ihrer schmutzigsten Städte nennen sie Bethlehem." Pip verstand nichts. Er fragte: "Wer ist Bethlehem? Wer ist Jesus?" Mir fiel wieder ein, daß Pip ein strenggläubiger Moslem war, der sich nicht für andere Religionen interessierte.

Wir marschieren weiter.

Vielleicht wartete Jozip jetzt am vereinbarten Treffpunkt auf uns, ging es mir durch den Kopf. Doch wir bekamen keinen ride. In der Dunkelheit ist das Trampen beinahe unmöglich. Wir konnten unsere Verabredung nicht einhalten.

So ein Mist, dachte ich. Jozip hat doch als einziger die Telefonnummer von Suzie Bradleys Mutter. Wenn ich den Kerl nicht wiedersehe, dann werde ich auch Suzie in New Orleans nicht finden..

Wir stolperten die Straße entlang, vorbei an einer verlassenen, verwilderten Schrebergarten-Kolonie. Die Rucksäcke drückten wie Blei. Inmitten eines verwilderten Grundstücks fanden wir ein steinernes Gartenhaus. Wir dachten, der Besitzer wird wohl nicht am späten Abend erscheinen und so ließen wir uns nieder.

Wir schliefen im Schlafsack auf dem nackten Boden, jede halbe Stunde weckten uns unerklärliche Geräusche.

Als endlich der Morgen heraufdämmerte, verließen wir unser ungemütliches Quartier. Kaum waren wir vom Grundstück auf die Straße gelangt, hielt ein Auto an.

 

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