| USA-TRIP.DE - Die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm | |||||||||||||||||||
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zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter Gerd Küppers
- 4000 Meilen als Tramper durch die USA 1. Busreise oder Trampen - 2. Teil Ich überlegte nun schon seit Wochen, ob ich an dieser kostenlosen USA- Rundreise teilnehmen sollte oder ob ich mir den Gegenwert von 160 Dollar ausbezahlen lasse und durch Amerika trampe. Ich notierte einmal ein paar Stichwörter zum Thema "Busreise". ....hinter Glas sitzen, den Erklärungen des Reiseführers folgen, dösen, schlafen, lesen, die Gespräche der Sitznachbarn ertragen, Musik aus dem Lautsprecher, Harndrang. Rastplatz: Aussteigen, Erleichterung, Beine vertreten, fotografieren, Postkarte an die Lieben daheim. Und immer hübsch beisammen bleiben, damit keiner verloren geht. Abends: freundliche Gasteltern, gedeckte Tische, keep smiling, unverfängliche Gesprächsthemen, Höflichkeitsfloskeln. Unvermeidliche Höhepunkte: Besichtigung von Sehenswürdigkeiten, die das Anschauen nicht immer wert sind. Einhaltung des Zeitplanes. Regelmäßiges Abhaken der Reiseziele. Spätestens nach 4 Tagen: Eingeschlafene Beine und Blähbauch. So wollte ich nicht durch die USA gekarrt werden. Die andere Möglichkeit war das Trampen. Doch immer, wenn ich mir vorstellte, ganz alleine per Anhalter durch die USA zu reisen, geriet ich in Atemnot. Ich stellte mir vor, wie ich verletzt am Wegesrand liege. Nachts träumte ich einmal von einer wilden Schießerei. Ein anderes Mal träumte ich vom Gefängnis. Waren das erste Vorwarnungen meines Unterbewußtseins? Mit meiner Unentschlossenheit ging ich mir selber auf die Nerven. Ich sprach mit Jozip darüber, einem Studenten aus Belgrad. Wir hatten uns im Camp angefreundet. Er war alert, sprachgewandt, sportlich und dynamisch. Menschenfurcht kannte er nicht. Als Anhalter hatte Jozip halb Europa bereist. Ich erfuhr ganz zufällig, daß er am nächsten Morgen nach New Orleans trampen wollte. Das hatte er bisher geheim gehalten. Ganz impulsiv fragte ich ihn, ob er mich mitnimmt. Die Stadt lag zwar genau in entgegengesetzter Richtung zu meinem Reiseziel. Doch das war mir plötzlich egal. Ich dachte, er bleibt unterwegs mein ständiger Begleiter. Gemeinsam würden wir auch zurückkehren. Da war ich mir ganz sicher. Jozip schaute mich erstaunt an. Dann sagte er in seinem gebrochenen Deutsch: "Klar, Mann. Bist alles immer gute Kamerad. Zu zweit ist besser. Wir bleiben zusammen. Morgen früh hauen wir ab.". Die Entscheidung war damit gefallen. Es gab aber noch bürokratische Probleme. Erst am frühen Nachmittag hatten wir die Formalitäten erledigt. Man zahlte uns den Gegenwert der Busreise in bar aus: Ganze 160 Dollar. Die mußten für drei Wochen reichen. Es sprach sich dann doch schnell herum, daß Jozip und ich trampen wollten. Pip Shah, ein indischer Student hörte von auch davon. Er war ein schlanker, fast zierlicher Junge, 19 Jahre alt, aus gutem Hause mit feinen Manieren. Mit asiatischer Höflichkeit fragte er uns, ob er sich uns anschließen dürfe. Dabei faltete er die Hände und neigte ergeben den Kopf ein wenig zur Seite.. Wir berieten uns eine halbe Stunde lang und meinten schließlich, drei Kerle als Anhalter nimmt keiner mit. Pip solle doch besser mit dem Bus reisen. Er sei auch noch sehr jung. Der ließ aber nicht abweisen und unterstellte uns, wir hätten etwas gegen seine dunkle Hautfarbe. Wir wollten nicht als Rassisten dastehen, also nahmen wir ihn widerstrebend mit. Das war unser erster Fehler. Wir warteten ein paar Stunden, bis er seine Formalitäten erledigt hatte. So kamen wir erst am späten Nachmittag auf die Straße. Suzie Bradley, eine amerikanische Lehrerin, verbrachte in unserem Hotel ein paar freie Tage. Suzie, eine urwüchsige Gestalt, war schon im Camp die Counselorin mit dem großen Herzen. Für jeden hatte sie ein offenes Ohr. Selbstlos verlieh Suzie ihr Auto an jeden. Ja, sie bestand sogar darauf, daß man das Fahrzeug so oft wie möglich nutzte. Den Jozip hatte sie nach New Orleans eingeladen, doch Pip und ich waren ihr auch willkommen. Aber Suzie wußte selbst nicht die Adresse des Appartements in New Orleans, weil es einer Freundin gehörte, die umgezogen war. Unterwegs sollten wir bei Suzies Mutter die Adresse am Telefon erfragen. Jozip bekam die Telefonnummer der Mutter. Ich dachte, es genügt, wenn einer von uns diese Nummer hat. Das war ein weiterer Fehler. Der Zufall half mir später, den Fehler zu korrigieren. Damit waren meine wichtigsten Reiseziele der nächsten Wochen abgesteckt. New Orleans im sonnigen Süden und Vermont im rauhen Norden der USA. zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter
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