| USA-TRIP.DE - Die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm | |||||||||||||||||||
|
zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter Gerd Küppers
- 4000 Meilen als Tramper durch die USA 4. Allein unterwegs Ich ärgerte mich, daß wir Pip überhaupt mitgenommen hatten. Mit Jozip wäre ich schon zurechtgekommen. Wir wären sicherlich zusammen geblieben bis New Orleans. Jetzt stand ich allein auf der Straße. Schließlich ärgerte ich mich über mich selbst, weil ich den wunderschönen Reisebus verschmäht hatte. Jedesmal, wenn ein Reisebus an mir vorbeifuhr, wurde ich an meinen Hochmut erinnert. Die Leute fuhren hier nur kurze Strecken. Ich schimpfte den Fahrern hinterher, die mich ganz einfach am Straßenrand stehen ließen. Es war ein elender Tag mit vielen Meilen zu Fuß. Am Abend wollte ich eigentlich einen Greyhound-Bus nehmen und und nach New York ins Towers-Hotel zurückkehren. Aber was sollte ich mit 150 Dollar in New York? Also, dann lieber alleine weiter. "Hit the road", sagen die Tramps. Die. Nacht verbrachte ich unter einer Autobahnbrücke. Dieses Quartier war zwar zugig, aber trocken. Ich hörte das Summen der Reifen auf der Fahrbahndecke. Wenn sie über die metallenen Dehnungsfugen der Brücke rollten, schepperte es in der Stahlkonstruktion wie wenn man mit einem Vorschlaghammer auf Bleche schlägt. Ich gewöhnte mich bald an die Geräusche und schlief ein paar Stunden tief und fest. Tags darauf kam ich überraschend schnell voran. Ein junger Mann, dem ich von dem plötzlichen Abschied meines Trampkumpels Pip erzählte, sagte rundheraus: "Die Leute mit dunkler Hautfarbe haben es schwer hier. Bei der Jobsuche, bei der Wohnungssuche und ganz besonders als Tramper. Sei froh, daß Du ihn los bist." Eine freundliche Dame meinte, ich brauche etwa ein Jahr bis nach New Orleans, wenn ich von Harrisburg,( wo ich inzwischen angekommen war) in dem Stil weitertrampe. Sie brachte mich auf den Highway in Richtung Süden. Gegen Abend baute ich in fünf Minuten auf einer Grünfläche neben einem Motor-Inn an einer belebten Stelle mein neues Zweimann-Zelt der US-Army auf, das ich nach der Friedhofsnacht für ein paar Dollar in einem Militär-Shop gekauft hatte. Während ich mich in den Schlafsack einrollte, hoffte ich auf einen friedlichen Schlaf. Doch mitten in der Nacht weckten mich zwei Polizisten einer Autobahnstreife. Sie kontrollierten meine Papiere, fragten nach meinem Reiseziel und forderten mich auf, so früh wie möglich die Grünfläche zu verlassen. Dann wünschen sie mir höflich eine gute Nacht und fuhren davon. Ich dankte meinem Schutzengel, der mir den Leonard Bolton geschickt hatte. Vielleicht wären die Polizisten an einer weniger belebten Stelle nicht so freundlich gewesen. |
||||||||||||||||||