| USA-TRIP.DE - Die abenteuerliche Reise zu Carl Zuckmayers Ziegenfarm | |||||||||||||||||||
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zurück - Inhaltsverzeichnis - weiter Gerd Küppers
- 4000 Meilen als Tramper durch die USA 12. Kühl und reserviert: Alabama Je weiter ich in den Süden reiste, desto häufiger nahmen mich dunkelhäutige Amerikaner mit. Sie waren meist wortkarg und ohne Offenheit und Interesse. Meistens saßen sie zu dritt oder zu viert im Auto und ich quetschte mich dazwischen. Einmal - inzwischen teilte ich meine Reise nicht mehr nach Tagen, sondern nach Landstrichen ein - hockte ich mit drei Schwarzen auf dem Rücksitz eines VW-Käfer. Auf der Landstraße marschierte ein weiterer Schwarzer. Natürlich wurde der "brother" mitgenommen. Soviel Solidarität habe ich bei den Weißen nicht erlebt. Ein weißer Schiffsbauingenieur nahm mich ein Stück weit mit. Als er hörte, daß ich aus Germany komme, war er sehr erfreut. Er kannte sich ein bißchen aus in der deutschen Geschichte. Hitler war für ihn kein Scheusal, weil er einen klaren Kurs hatte. Mit Hitler hätte man in den Südstaaten das Rassenproblem schon längst gelöst. "Neger sind für uns hier Tiere. Ein Weißer, der eine Schwarze heiratet, ist für alle Zeiten erledigt. Ein Neger, der eine weiße Frau gegen ihren Willen anrührt, ist am nächsten Tag garantiert tot. Wir haben hier den Cu-Clux-Clan. Der macht kurzen Prozess. Hier in der Nähe sind die Sümpfe. Da ist schon so mancher verschwunden. Für immer." Ich wunderte mich, daß ein weitgereister Ingenieur so brutale Ansichten äußerte, doch diese Meinung war keine Seltenheit in diesem Landstrich. Eine Besonderheit fiel mir auf. Überall konnte man die Rebellenflagge kaufen, das einstige Symbol der Südstaaten. Nicht alle Leute im Süden hatten offenbar bis heute die Folgen des Sezessionskrieges überwunden. Als Tramp kam ich im Süden nur langsam voran. Darum besorgte ich mir eine große "Rebellenflagge" und winkte damit am Straßenrand. Das half mir enorm weiter.
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